Einmal, als ich meine Schwester in ihrem früheren Kinderzimmer aufsuchte, sie kam gerade als Studentin nach Hause, während ich noch bei unseren Eltern wohnte, warf ich einen Blick auf ihre To-Do-Liste, die wie gewöhnlich auf ihrem Schreibtisch lag. Darauf stand mit blauem Kugelschreiber auf einem weißen Fetzen Papier geschrieben, eingereiht in Tätigkeiten wie Putzen und Lesen, das Wort „Entsetzen“. Ich musste etwas lächeln und fragte meine Schwester, was für Entsetzen sie denn heute noch erledigen müsste. Sie wollte erst nicht antworten.
Dann aber gab sie doch zu: „Ich dachte, dass ich entsetzt bin, mit was für einem Mann ich als Letztes zusammen gewesen bin und dachte, dass ich darüber noch nachdenken muss. Ich war entsetzt, dass ich so schnell wie möglich einen Freund haben wollte, weil ich so dringend Kinder kriegen will.“
„Was war denn so entsetzlich an ihm?“
„Selbstverständliches war nicht selbstverständlich für ihn. Zum Beispiel, dass man sich, nachdem man auf dem Klo gewesen ist, die Hände wäscht.“
Wenn meine Schwester etwas erledigt hatte, übermalte sie das Wort auf ihrer Liste mit so vielen Kugelschreiberstrichen, dass man nicht mehr lesen konnte, was dort einmal gestanden hatte. Es blieb nur ein großer, blauer Kugelschreiberfleck auf dem Papier übrig.

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