Ich
hatte einen kurzweiligen Drang, mich beruflich der Käseherstellung
zu widmen. Ich stellte mir vor, inmitten einer hügeligen,
traumhaften Landschaft irgendwo in Frankreich zu einem Glas Rotwein
meinen selbst hergestellten Käse zu essen. Käseherstellung schien
mir die höchste, erhabenste Kunstform zu sein.
Inspiriert
recherchierte ich im Internet. Ich stieß auf die Berufsbezeichnung
"Milchtechnologe" und sah Bilder von Arbeitern in
Plastikschutzanzügen, Plastikhauben, Plastikhandschuhen in einer
Fabrik aus Edelstahl.
Ich
schloss den Browser und wollte doch keinen Käse herstellen. Ich
erzählte einem Bekannten von meinem Berufstraum der Käsekunst. Er
schwieg mit gerunzelten Augenbrauen.

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